Zeitgeschehen geistlich gesehen
 Die Kunst (oder der Code) der Täuschung
Wie "Political Correctness" Sprache verändert, um die Wahrheit zu verschleiern und zu unterdrücken

Nach einem Artikel von Pastor Kenneth Koole, Faith Protestant Reformed Church, Jenison, Michigan (USA)

Doppelzüngigkeit, Verschleierung, Täuschung und schließlich auch Manipulation der Massen - all dies gehört zur Macht der Worte. Die Menschheit hat sie immer gekannt, aber in letzter Zeit wird offensichtlich, daß unsere Gesellschaft (und ihre Propagandaminister) solche Täuschung zu einer Kunst vervollkommnet. Wir sind dabei, ein Volk von "Schönrednern" zu werden. Wie die Berater unseres Ex-Präsidenten der letzten Administration (gemeint ist die Clinton-Administration - TN) bewiesen, kann man, wenn man genug mit Worten spielt, sogar die unmoralischsten und unlautersten Machenschaften sauber und berechtigt klingen lassen (womit nicht gesagt werden soll, daß dies in der Bush-Administration völlig unbekannt ist - TN). Offenbar kann man die meisten Leute die meiste Zeit täuschen, besonders wenn sie wirklich getäuscht und von der ungeschminkten Wahrheit verschont werden möchten. Hitler und seine Propagandaminister wußten dies gut. Was sie in der Lage waren, den Massen mittels Wortmanipulation zu verkaufen, wird auch auf die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts seine Wirkung nicht verfehlen - soviel steht fest.

Es folgt nun eine Auflistung von - wie das Magazin "Time" vom 17. Sept. 2001 sie nannte - "Euphemismen, die von Firmen benutzt werden, um (Massen-) Entlassungen zu beschreiben", oder von Möglichkeiten, jemandem sagen zu können "Sie sind gefeuert", ohne es ihm direkt sagen zu müssen.

Teleglobe: "... hat heute Pläne bekanntgegeben, einen Teil seiner Geschäftsfelder zu revektorieren" (Im Klartext: Verlust von 450 Stellen) (ironischerweise hat sich die Rechtschreibprüfung meines Textverarbeitungsprogramms sogar geweigert, "revektorieren" als zulässiges Wort überhaupt zu akzeptieren - KK).

Cisco: "Die Verringerung der Belegschaft schließt unfreiwillige Freisetzungen und die Konsolidierung einiger Positionen" ein (Im Klartext: Verlust von 3000 bis 5000 Stellen).

Schwab: "... hat heute die Planung weiterer Umstrukturierungsmaßnahmen bekanntgegeben, um die Betriebskosten zu senken" (Im Klartext: Verlust von 2000 bis 2400 Stellen).

Lucent: "... rechnet damit, seine Stammbelegschaft durch eine Kombination von durchgreifenden Management-Maßnahmen und Abbau durch Fluktuation zu verringern" (Im Klartext: Verlust von 10000 Stellen).

Klimmzüge, die Firmen vollführen, um nicht sagen zu müssen, Massenentlassungen vornehmen zu müssen (und den Aktionären gegenüber zugeben zu müssen, daß ihr Unternehmen Geschäft einbüßt und es nicht mehr so gut läuft wie noch kurz zuvor)! Das mag noch, gelinde gesagt, irgendwie witzig sein. Bei derartigen Wortmanipulationen aber hört in anderen Umfeldern der Spaß definitiv auf; sie bekommen vielmehr Untertöne, die einen sogar erschaudern lassen. Darauf hat John Leo (vom Magazin "Newsweek") in einem Artikel mit dem Titel "Den UN-Code entschlüsseln" (17.09.2001) hingewiesen. Planer einer internationalen Konferenz zum Thema "Kinderrechte" kritisierten scharf Präsident Bushs Absicht, die für den 19. September 2001 geplante Konferenz in New York zu boykottieren, weil im dort zu beschließenden Dokument der Begriff "reproduktive Gesundheitsdienste" benutzt wird.

Die unablässig wiederholt kundgetane Ansicht der UNO-Mitarbeiter ist, daß dieser Begriff (reproduktive Gesundheitsdienste - KK) nichts damit zu hat, Kindern Zugang zu Abtreibung zu garantieren.

Das ist merkwürdig. Bei den Vereinten Nationen schließt das Verständnis von "reproduktiven Gesundheitsdiensten" schon lange Abtreibung mit ein. Auf einer Nachtsitzung im Juni rutschte es einem übermüdeten kanadischen Delegierten ehrlich heraus, als er sagte: "Selbstverständlich schließt dieser Begriff, und ich benutze dieses Wort äußerst ungern, aber er schließt Abtreibung mit ein". Vielen auf der Sitzung verschlug es angesichts dieser Enthüllung oder Nicht-Enthüllung förmlich die Sprache.

Die UNO kleidet häufig umstrittene Vorhaben in harmlos klingende oder wortreiche Sprache, um Delegationen dazu zu bringen, für Pläne zu stimmen, die sie an sich nicht billigen oder sogar überhaupt nicht verstehen. Zu den Codewörtern zum Thema Abtreibung gehören Begriffe wie "sexuelle Rechte" und "erzwungene Schwangerschaft". Die scheinbar harmlose UNO-Sprache zum Thema "Kinderrechte" untergräbt die elterliche Autorität. Da "körperliche oder seelische Gewalt" verboten ist, kann es ein völkerrechtliches Vergehen sein, seinen Kindern einen Klaps zu geben oder sie vielleicht überhaupt zu kritisieren. "Gender Mainstreaming" bezieht sich auf das Gedankengut, daß Geschlecht lediglich ein "soziales Konstrukt" sei, was heißen soll, daß es keine wesentlichen geschlechtsbedingten Unterschiede zwischen Männern und Frauen gebe. "UN-Sprech" ist auch stark im Gebrauch worthülsenreicher Sprache, so wie beim Aufruf der "International Planned Parenthood Foundation" (IPPF), die UNO solle "Hindernisse, die Jugendliche sich unwohl in ihrer Haut fühlen lassen", beseitigen. Wer weiß, was das einmal in 10 bis 20 Jahren zu bedeuten hat?

Was dort abläuft, ist natürlich pure Unehrlichkeit. Das sollen "Kinderrechte" sein! Wenn das, wofür da geworben wird, der Mord an Kindern durch Abtreibung ist? Abtreibung ist im Interesse der Rechte eines Kindes? Versuchen Sie gar nicht erst, der Linie der Argumentation zu folgen. Böses hat die Kraft, den Verstand im Endeffekt moralisch zu verwirren (Matthäus 6,23). Diesen Leuten geht es nicht um eine Frage von "Kinderrechten", sondern vielmehr um ihr "Recht", Ihren Ihre Kinder wegzunehmen, wenn sie zum Ergebnis kommen, daß ihnen das, was Sie ihnen beibringen, nicht gefällt. Ihre Agenda ist ihr "Recht", als selbsternannte "Taliban" unsere Kinder als ihr Eigentum zu beanspruchen, indem die Rechte des Staates an den Kindern diejenigen derer, die bloß Eltern sind, ablösen sollen. Eine schiere Teufelei ist im Gange. Immer noch möchte der Drache den Samen der Frau vernichten (Offb. 12,13-17; 1.Mose 3,15). Seine Wortführer (Personen?) versichern der Gesellschaft, daß sie nur das gesellschaftliche Wohl und Ihr Selbstbestimmungsrecht, Ihre Freiheit zu wählen, im Sinn haben. Und sie haben! Solange Ihre Wahl sich ihrer Tyrannei des Denkens beugt. Huxleys Brave New World bleibt immer weniger Fiktion. John Leo kommt in seinem Artikel zu folgendem Schluß:

Die meisten Amerikaner schenken der UNO wenig Aufmerksamkeit und denken nicht, daß dort jemals etwas Ernstzunehmendes geschieht. Sie irren sich.

Die ursprüngliche Fassung des Artikels ist erschienen in: The Standard Bearer, a Reformed Semi-Monthly Magazine, Vol. 78, Nr. 5 (1. Dez. 2001)

Für das Verständnis des Artikels wichtige Hintergrund-Informationen

Zum besseren Verständnis des obigen Artikels werden wir nun einen Blick auf Hintergrunddetails aus den Themenfeldern Kinderrechte und Lebensrecht werfen, die Kenneth Koole als bekannt vorausgesetzt hat. Dabei wird deutlich werden, daß die von ihm herausgestellten Zusammenhänge, mit denen er das Ausmaß der Wortmanipulation verdeutlicht, nicht weit hergeholt, sondern vielmehr zutreffend sind.

Das katholische Institut für Familien- und Menschenrechte (CAFHRI) berichtete am 24. April 1998, daß der Frauenausschuß feministischer NGOs bei einem nichtöffentlichen Treffen in Genf erklärte, er wolle künftig den Gebrauch des Ausdrucks "Abtreibung" in UN-Dokumenten und -Reden vermeiden, da dieser Ausdruck sehr kontroverser Natur ist. Stattdessen wird er die Begriffe "Zwangsschwangerschaft" oder "erzwungene Schwangerschaft" verwenden, Begriffe, die schwerer zu definieren sind und somit die wahre Agenda verschleiern.

Dieser Begriff "erzwungene Schwangerschaft" bzw. "Zwangsschwangerschaft", der ursprünglich nur im Zusammenhang mit Vergewaltigung verwendet wurde, ist von diversen feministischen Gruppen besonders häufig uminterpretiert und mit neuen Bedeutungen versehen worden. Mittlerweile ist er zu einem der diffusesten Begriffe im Themenfeld Lebensrecht geworden.

"International Family Planning Perspectives" (Vol 22, No. 3, September 1996), ein Journal des Allan-Guttmacher-Instituts, veröffentlichte einen Artikel, der die von Feministinnen beabsichtigte Neu-Definition des Begriffs "erzwungene Schwangerschaft" offenlegte. In einem Abschnitt mit der Überschrift "Reproduktive Rechte nach Kairo und Beijing fördern" schrieben Rebecca J. Cook und Mahoud F. Fathalla: "Eine Zwangsschwangerschaft liegt vor, wenn Abtreibungen nach Vergewaltigung gesetzlich verboten sind, praktisch vereitelt werden oder aufgrund religiöser oder kultureller Grundüberzeugungen von den Frauen selbst als inakzeptabel angesehen werden".

Welch fatale Umdeutung hier vorgenommen wurde, erkannte beispielsweise der Vatikan, der daher in den Beratungen zur Einrichtung des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag vorschlug, den Begriff "erzwungene Schwangerschaft" durch "gewaltsame Schwängerung" zu ersetzen. Feministinnen reagierten auf diesen Vorschlag mit Empörung. Auf einem bei der UNO vom damaligen "Frauenausschuß für Geschlechtergerechtigkeit beim Internationalen Strafgerichtshof" (heute: "Fraueninitiativen für Geschlechtergerechtigkeit") verteilten Flugblatt stand: "Gewaltsame Schwängerung umfaßt nicht alle Aspekte von erzwungener Schwangerschaft. "Gewaltsame Schwängerung" beinhaltet das Schwängern einer Frau durch Vergewaltigung, erzwungene künstliche Befruchtung oder andere Mittel, während "erzwungene Schwangerschaft" auch das erzwungene Aufrechterhalten der Schwangerschaft einer Frau beinhaltet (Die feministischen NGOs verfolgen hierbei die Strategie, die Beratungen zur Einrichtung des Internationalen Strafgerichtshofs, dessen Aufgabe vor allem die Gerichtsbarkeit für Straftaten im Zusammenhang mit Kriegsverbrechen sein soll, dazu zu nutzen, auf dem Umweg über das Völkerstrafrecht die Umsetzung alltagsrelevanter abtreibungsfreundlicher Regelungen einschließlich der Einführung von Straftatbeständen für Abtreibungsvereitler in jeweiliges nationales Recht zu erzwingen).

Diesem feinen aber folgenreichen Unterschied entsprechend haben WHO-Vertreter auf einem Kongreß in Wien im September 2004 bereits die Forderung erhoben, künftig Ärzte, die sich aus Glaubens- und Gewissensgründen weigern, Abtreibungen (in solchen Situationen) vorzunehmen, durch eine entsprechende nationale Gesetzgebung juristisch zu belangen. Man setzt darauf, diese Ärzte mit juristischen Mitteln zermürben und einschüchtern zu können. Auf demselben Kongreß plädierte die Leiterin des kanadischen "Pro Choice Action Network" Joyce Arthur außerdem für eine "Änderung der Sprache" in bezug auf Frausein und Mutterschaft, indem man sich nicht mehr der "patriarchalisch geprägten Sprechweise" bedient, die Mutterschaft als Teil des Frauseins sehe (Ziel ist die Entkopplung von Mutterschaft und weiblicher Sexualität), und verlangte, einen "Bedeutungswandel" in der Gesellschaft in bezug auf Abtreibung herbeizuführen mit dem Ziel, Abtreibung als eine "moralisch gute und grundsätzlich positive Entscheidung" zu sehen und als "guten Ausgang" ("good end") einer Schwangerschaft zu betrachten.

Nun ist es auch nicht mehr verwunderlich, unter welchen Euphemismen das Thema Abtreibung auf der oben erwähnten Konferenz von 2001 zum Thema "Kinderrechte" in Erscheinung trat und in welche Beziehung es zum eigentlichen Thema der Konferenz gesetzt wurde. Ein Bericht des UN-Bevölkerungsfonds UNFPA fordert erleichterten Zugang zu Abtreibung bereits für Kinder ab 10 (!) Jahren. Der Bericht verlangt, mehr Augenmerk auf die "sexuellen und reproduktiven Rechte" Jugendlicher zwischen 10 und 24 Jahren zu legen, und belegt damit die neue Taktik der Abtreibungsbefürworter, sich auf Jugendliche und ihr angebliches "Recht" auf Abtreibung zu konzentrieren. Weiter führt dieser Bericht aus, daß die Verankerung der Abtreibung als ein Menschenrecht vorangetrieben werden sollte - auf diese Linie ist im Frühjahr 2006 bedauerlicherweise auch amnesty international eingeschwenkt, trotz Protests und warnender Stimmen von seiten aller Lebensrechtsorganisationen.

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