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Wie der demographische Niedergang in Deutschland bestimmte Demographen als "Sozialingenieure" auf den
Plan ruft mit dem Ziel, die klassische autark-autonome ehe-basierte Familie durch entsprechende gesellschaftliche
Rahmenbedingungen endgültig zu beseitigen
Im März 2006 hat der nicht mehr zu übersehende demographische Niedergang in Deutschland
endgültig den Sprung unter die Topthemen von Tagespresse und Politik geschafft, nachdem man noch zu
Beginn des 21.Jahrhunderts dieses Thema weithin ignoriert bzw. als "demographischen Wandel"
beschönigt hat und auch nur das laute Nachdenken über die mögliche Notwendigkeit einer
nationalen Bevölkerungspolitik v.a. bei der feministischen Bewegung nahestehenden Kreisen die übliche
künstliche Empörung hervorrief. Dies ist nun vor allem deshalb anders geworden, weil immer
mehr Entscheidungsträger (und auch andere) bemerken, daß der demographische Niedergang die
künftige Wirtschaftskraft und den Alterswohlstand in Deutschland auf das Massivste bedrohen wird.
Auffällig ist die große Ratlosigkeit, die das Thema bei Politikern und anderen
Entscheidungsträgern auslöst - und Demographen jetzt zu gefragten und einflußreichen
Experten macht -, und die Tatsache, daß von den Entscheidungsträgern anscheinend niemand auf
die Idee kommt (kommen will), daß fatale, gegen Ehe und ehebasierte Familie gerichtete
gesellschaftlich-politische Fehl-Weichenstellungen die Saat des demographischen Niedergangs gewesen sind,
die nun aufgegangen ist.
Wir ernten nun, was wir gesät haben
Die Verweigerung und Unfähigkeit großer Teile einer ganzen Generation, stabile Familien zu
gründen und Kinder großziehen zu wollen, müßte nun allmählich auch dem Letzten
in diesem Lande offenbar geworden sein. Dennoch gibt man sich dem Irrglauben hin, durch mehr
Kinderbetreuungsangebote oder gar einen dogmatischen, materiellen oder gesetzlichen Zwang, diese annehmen zu
müssen (Ganztagsschulen, Kindertagesstätten), oder durch die permanente Propagierung einer
"Vereinbarkeit von Familie und Beruf", hinter der sich primär die Vorstellung verbirgt,
daß unbedingt beide Elternteile arbeiten müssen, würde man der Entwicklung gegensteuern
können, ohne die falschen Ideale der 68er-Ideologie preisgeben zu müssen, die man mit allen Mitteln
zu verteidigen versucht. Die aus ihnen entspringende bewußte Preisgabe und Bekämpfung der auf
der Ehe nach Gottes Ordnung basierenden Familie im Namen von sexueller Zügellosigkeit,
"Freiheit des Individuums" und "Selbstverwirklichung", mit dem daraus entspringenden Kampf
und Mißtrauen zwischen den Geschlechtern, und das sich daraus ergebende Aufwachsen einer ganzen
Generation von Kindern inmitten der Ziel-, Heimat- und Hoffnungslosigkeit zerbröselnder Elternehen
sind es jedoch, die große Teile einer ganzen Generation beziehungs- und hingabeunfähig gemacht
haben und damit die Hauptursache der heutigen Situation darstellen - aber das ist "politisch
inkorrekt", das wollen große Teile unserer Gesellschaft nicht hören, denen ihr vermeintliches
Recht auf sexuelle Zügellosigkeit wertvoller ist als eheliche Treue und das Lebensrecht ungeborener
Kinder - und das sie mit aller Macht verteidigen, so daß man denken
könnte: dies ist das eigentliche Fundament unserer Gesellschaft.
Das "Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung" und sein Einfluß auf die
aktuelle Diskussion
Im Laufe der ersten Jahre des 21. Jahrhunderts, als der demographischen Entwicklung noch nicht die heutige
Publicity zuteil wurde und sich vorwiegend Fachkreise mit diesem Thema beschäftigten, hat dabei fast
unbemerkt eine Organisation die Meinungsführerschaft in der Diskussion um geeignete gesellschaftliche
Maßnahmen zum Gegensteuern in Deutschland übernommen: das erst im August 2000 gegründete
Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, eine durch privates Stiftungskapital
getragene und als "gemeinnützig und wissenschaftlichen Zwecken dienend" steuerrechtlich
anerkannte Stiftung unter der Leitung von Dr. Reiner Klingholz. Da es erklärtes Ziel des Berlin-Instituts
ist, durch Erarbeitung von Konzepten zur Lösung demographischer Probleme, Lancieren der eigenen Sichtweisen
und Schlußfolgerungen durch die Massenmedien in die Öffentlichkeit und rege Teilnahme an
Podiumsdiskussionen Einfluß auf Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und
auf den gesellschaftlichen Diskurs zu nehmen, und da die diskutierten Konzepte tiefgreifende Auswirkungen
auf die Lebens-, Beziehungs- und Erziehungswirklichkeit aller (auch christlicher) Menschen und Familien
haben werden, kommen wir nicht umhin, die gemachten Beobachtungen, gezogenen Schlußfolgerungen und
erarbeiteten Lösungsansätze in Augenschein zu nehmen und einer geistlichen Analyse zu
unterziehen. Hier soll ein Schlaglicht auf Teilaspekte der Studie "Deutschland 2020 - Die
demografische Zukunft der Nation" und des Diskussionspapiers "Emanzipation oder Kindergeld"
geworfen werden, die beide (letzteres in einer Erstfassung) im Jahr 2004 vom Berlin-Institut herausgegeben
wurden.
Berlin-Institut: Pro ledige Mutterschaft und Vollerwerbstätigkeit, contra eigen-erziehende ehe-basierte Familie
Im Diskussionspapier "Emanzipation oder Kindergeld" preist das Berlin-Institut allen Ernstes die
massive Förderung lediger Mutterschaft, der Vollerwerbstätigkeit beider Eltern (sofern vorhanden)
und die möglichst frühe Weggabe der kleinen Kinder an gesellschaftliche Erziehungseinrichtungen als
Lösung für die gegenwärtige Situation an, wobei sie als statistischen Beleg die aktuellen
Geburtenraten je Frau in europäischen Staaten heranziehen und in Beziehung zur jeweiligen gesellschaftlichen
Situation setzen. Die Autoren Steffen Kröhnert, Nienke van Olst und Reiner Klingholz schreiben:
"Die wichtigsten Maßnahmen auf dem Weg zu höheren
Kinderzahlen und zu demografischer Nachhaltigkeit sind deshalb
- die Gleichbehandlung der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt;
- die Abschaffung von finanziellen Privilegien für die Institution Ehe, solange sie die Abhängigkeit
der Partner voneinander fördern;
- die Sicherstellung einer Kinderbetreuung bereits ab dem ersten Lebensjahr.
Erst damit ließe sich der europaweit vorhandene Kinderwunsch potenzieller Eltern und die
beruflichen Ansprüche der Menschen miteinander vereinbaren." (zitiert nach: Berlin-Institut,
"Emanzipation oder Kindergeld", S.12 f.)
und weiter unten: "Insgesamt lässt sich sagen, dass die Kinderzahlen dort hoch liegen, wo nicht nur die
Frauen emanzipiert sind, sondern die ganze Gesellschaft es ist. Wo nämlich die Berufstätigkeit von
Frauen akzeptiert wird, wo sich auch Väter um Kleinkinder kümmern, wo Beziehungen ohne Trauschein und
außereheliche Kinder als normal gelten. So werden in Schweden über die Hälfte aller Kinder
von unverheirateten Müttern geboren. In Italien, wo die öffentliche Moral ledige Mütter immer
noch gering achtet und wo die Männer nicht mit der Emanzipation der Frauen Schritt halten konnten, kommen
nur zehn Prozent der Kinder unehelich zur Welt. Die Erwartung der Gesellschaft und das eher traditionelle
Frauenbild der italienischen Männer führt ganz offensichtlich dazu, dass sich Frauen seltener auf
das Abenteuer Kinder einlassen als anderswo. Auch Deutschland muss in diesem Vergleich nicht nur als
kinderunfreundlich, sondern auch als gesellschaftlich rückständig und unmodern bezeichnet werden.
Es weist sowohl eine geringe Frauenerwerbsquote wie auch eine steuerliche Bevorzugung von Ehen gegenüber
anderen Formen von Familie auf. Nur mit gutem Willen lässt sich dieses Ergebnis auch positiv deuten:
Nirgendwo ist das Potential größer, mehr für junge Familien zu tun, als zwischen Rügen
und dem Bodensee." (zitiert nach: Berlin-Institut, "Emanzipation oder Kindergeld", S.15)
Für das Berlin-Institut zählt offensichtlich nur die blanke Reproduktionsrate. Die Vision lautet:
Quantität statt Qualität, industrialisierte und designte Aufzucht in gesellschaftlich kontrollierten
Erziehungseinrichtungen statt Großziehen in der Liebe und Geborgenheit einer intakten ehe-basierten
Familie - also die nahezu sichere Garantie dafür, daß eine neue Generation größtenteils
bindungs- und beziehungsunfähiger Menschen heranwächst. Weil dieser Weg einfach falsch ist und
gefährliche Konsequenzen für uns alle hat, unabhängig davon, ob wir alt oder jung sind,
Kinder haben oder kinderlos bleiben wollen, schickte ich am 30.11.2004 eine E-Mail an Steffen Kröhnert,
einen der Autoren dieses Papiers:
"Guten Tag Herr Kröhnert,
Ich bin ziemlich entsetzt, daß Sie für die deutsche und westeuropäische
Gesellschaft ausgerechnet nichteheliche Mutterschaft als den Weg
herausstellen, die gegenwärtige demographische Entwicklung zu wenden. In
Ihrer Studie scheint es nur auf die Quantität des Bevölkerungswachstums
anzukommen, nicht auf die Qualität - sie wollen Kinder möglichst früh in
eine industrialisierte Erziehungseinrichtung geben und fördern noch die
Auflösung gesunder Familienstrukturen, die Kinder für ein gesundes
Aufwachsen brauchen. Hauptsache Kinder - ob die Eltern in einer Ehe stehen
oder die Beziehung der Eltern noch untereinander intakt ist, interessiert
nicht. Daß es auch anders geht, zeigen die in der Studie zu Niedersachsen
und Bremen aus Ihrem eigenen Haus festgestellten Gegebenheiten.[...]" (Anm.:
siehe
unten)
Steffen Kröhnert hat auf diese E-Mail bis heute nicht reagiert. Möge Gott uns helfen, daß
die Befürworter dieses "Sozialingenieurtums" niemals das Sagen in unserem Land bekommen.
Was andernfalls in Deutschland für Eltern, die sich angesichts obiger Sachverhalte mit ihrer ganzen Person
in die Erziehung ihrer Kinder investieren wollen, bald Wirklichkeit zu werden droht, hat der bekannte
christliche Familienpädagoge Eberhard Mühlan bereits 1985 in seinem hervorragenden Buch
"Kinder in der Zerreißprobe" ( Buchrezension)
vorausgesehen:
"In dieser Beziehung ist uns zum Beispiel das 'sozialdemokratische Wunderland' Schweden schon um
einiges voraus. Dort sind über 80% der Mütter mit Kindern unter sechs Jahren erwerbstätig.
Die hohe steuerliche Belastung im heutigen Schweden macht es besonders Arbeiterfamilien fast unmöglich,
sich von nur einem Einkommen zu ernähren. "Steuererleichterungen und Sozialhilfe für in finanzielle
Not geratene Familien machen die Behörden davon abhängig, ob die Kinder im kommunalen Kinderhort
angemeldet sind und beide Eltern dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen... Eltern, die ihre Kinder in
staatliche Tagesheime geben, sparen praktisch alle mit der Kinderversorgung zusammenhängenden Ausgaben.
Eltern, die ihre Kinder selber versorgen, erhalten vom Staat 'nicht eine Krone'. Wer in Schweden seine
Kinder selbst erzieht, begeht finanziellen Selbstmord." (DIE WELT, 20.2.85)" (zitiert nach:
Eberhard Mühlan, a.a.O., 6.Aufl. 1991, S.52 f.)
Berlin-Institut: Forderungen widersprechen eigener Studie
Ironischerweise gelingt es dem Berlin-Institut nicht, seine oben erwähnten Forderungen durch die realen
Verhältnisse in Deutschland zu untermauern - mit seinen Forderungen widerspricht es sogar Teil-Ergebnissen
der eigenen Studie "Deutschland 2020 - Die demografische Zukunft der Nation" über die
Bevölkerungsentwicklung in Deutschland, aus der sich ganz klar ergibt, daß die Regionen,
die stark von Ehen geprägt sind, in denen nur ein Elternteil einer Erwerbstätigkeit nachgeht,
auch genau die Regionen mit dem größten Kinderreichtum (genauer: der größten
Fertilität, d.h. der höchsten Zahl geborener Kinder je Frau) sind, wie auch das
Berlin-Institut zugeben muß:
"[...] Zwischen Stade und Meppen, zwischen Aurich und Diepholz liegen gleich sieben
der acht Kreise mit der höchsten Fertilität in Deutschland. Warum Frauen gerade in dieser Region
mehr Kinder bekommen als andernorts, wissen auch Demografen nicht. Sicher aber hat die häufig beschworene
'Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen' keinen Einfluss auf die hohen Kinderzahlen. In
Cloppenburg sind gerade mal 340 von 1.000 Frauen zwischen 15 und 65 Jahren erwerbstätig. In der
gesamten Region, mit den Kreisen Cloppenburg, Ammerland und Oldenburg stehen 409 von 1.000 Frauen im
Berufsleben. Im deutschen Vergleich reicht dies nur für einen Platz im unteren Drittel. Auch das
Angebot an Kindergarten- und Krippenplätzen liegt mit 40 bis 50 Plätzen je 100 Kinder unter
sechs Jahren deutlich unter dem deutschen Durchschnitt von 60,7. Vielmehr scheint es im Großraum
Cloppenburg ganz traditionelle Gründe für den Kindersegen zu geben: Die Bevölkerung ist
überwiegend katholisch, die ländliche Region gilt als konservativ und es haben sich vergleichsweise
viele Auslandsdeutsche angesiedelt. Diese Aussiedlerfamilien haben zumindest in der ersten Generation
noch deutlich mehr Kinder als die alteingesessenen Deutschen." (zitiert nach: Berlin-Institut,
"Deutschland 2020 - Die demografische Zukunft der Nation", S.33)
Die "Sozialingenieure" des Berlin-Instituts wollen jedoch der autark-autonomen ehe-basierten Familie
diesen Triumph einfach nicht zugestehen, und so beharren sie auf den Forderungen ihres Diskussionspapiers
"Emanzipation oder Kindergeld", die autark-autonome ehe-basierte Familie in Deutschland
massiv zurückzudrängen.
Warum die Argumentation des Berlin-Instituts falsch und zurückzuweisen ist
Widersprüchlicherweise soll die Einführung des "gesellschaftlich fortschrittlichen"
Lebensstils mit weitestgehender Freigabe der Abtreibung und Zurückdrängung der autark-autonomen
ehe-basierten Familie zugunsten "freier Beziehungen", "lediger Mutterschaft" und
frühestmöglicher staatlicher Kinderbetreuung, der als Mittel zur Senkung der Fertilität
in Regionen wie Afrika oder Südasien gepriesen wird, in einem Deutschland, das laut Berlin-Institut
angeblich nicht "gesellschaftlich fortschrittlich" genug ist, zu einer Steigerung der Fertilität
führen, also das genaue Gegenteil bewirken.
Diese offensichtliche Widersprüchlichkeit resultiert aus dem falschen Vorgehen des Berlin-Instituts, die
momentanen Fertilitätsraten in verschiedenen europäischen Ländern - ungeachtet der
von Staat zu Staat erheblich differierenden Mentalitäten und soziokulturellen und politischen Gegebenheiten,
Prozesse und Dynamiken - miteinander zu vergleichen, sie in Beziehung zum jeweiligen landesspezifischen
soziopolitischen Kontext zu setzen und daraus die seiner Meinung nach "optimalen" soziopolitischen
Bedingungen für eine Steigerung der Fertilitätsrate herzuleiten.
Damit kann es in scheinbar eleganter Weise den Blick auf die wahren Ursachen ausblenden, der sich dem Betrachter
bei der Analyse der zeitlichen Entwicklung der Fertilitätsraten in Deutschland über die letzten
Jahrzehnte sowie einem Vergleich der Fertilitätsraten von Regionen innerhalb Deutschlands (also bei
einer ganz anders gegebenen Vergleichbarkeit von Mentalität und soziokultureller Dynamik) erschließen
würde ( siehe z.B. oben zu den Regionen hoher Fertilität in Deutschland).
Abgesehen von den äußeren Symptomen "Pillenknick" und drastischem Anstieg der
Abtreibungsrate sind hier vor allem der aufgrund der wachsenden Beziehungsunfähigkeit eingetretene
dramatische Rückgang der Beständigkeit von Partnerschaften, der hierdurch, durch die zunehmende
Berufstätigkeit beider Eltern und die stark gestiegenen beruflichen Belastbarkeits- und
Mobilitätsanforderungen enorm gewachsene Lebensstreß sowie eine sich zunehmend ausbreitende Ziel-,
Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit zu nennen - alles Faktoren, die einem Menschen natürlich jegliche
Lust auf eigene Kinder nehmen und die sich im vorliegenden statistischen Material niederschlagen.
Hiermit sind wir bei den zentralen Kritikpunkten an der Argumentation des Berlin-Instituts angelangt:
- die Anwendung sachlich falscher Interpretationsmethoden auf das vorliegende statistische Material, die,
wie eben beschrieben, zu völlig unsachgemäßen Schlüssen führen muß und die
wahren Ursachen des dramatischen Rückgangs der Fertilitätsraten in Deutschland verdeckt, und
- die völlige Weigerung, etwaige aus der statistischen Analyse und Interpretation abgeleitete
Forderungen in ihren gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen metatheoretisch zu überprüfen und z.B.
gegen die Warnung bekennender Christen vor den Konsequenzen einer Beseitigung der ehe-basierten Familie
als strukturbildendem gesellschaftlichen Element gegenzuchecken. Selbst wenn das Ergebnis der erhobenen
Forderungen eine tatsächliche Steigerung der Fertilität wäre, sind sie zu verwerfen, da
ihre Umsetzung nach Gottes Wort eine nicht lebenswerte, bestialisch kalte, lieblose, entwurzelte und
heimatlose Gesellschaft schaffen würde.
Aus diesen Gründen ist die Argumentation des Berlin-Instituts - sowohl fachlich wie aus der Perspektive des
Wortes Gottes - klar zurückzuweisen.
Geistlich-weltanschauliche Einordnung des Berlin-Instituts
Beim Betrachten der Publikationen auf der Website des Berlin-Instituts wird sehr schnell deutlich, woher
der geistliche Wind dort weht. "Das Ende der Aufklärung" (so tatsächlich der Name einer
weiteren Studie aus dem Jahre 2004) wird beklagt; gemäß des Primats der Aufklärung wird in
jener Studie darauf bestanden, daß die Warnung bekennender Christen anhand des Wortes Gottes z.B. vor
den negativen individuellen und gesellschaftlichen Konsequenzen einer Beseitigung der autark-autonomen
ehe-basierten Familie als strukturbildendem Element der Gesellschaft in der
demographischen Debatte, bei der Beurteilung des statistischen Materials, bei der Ursachenforschung und damit
der Suche nach wirksamen Lösungsansätzen nicht berücksichtigt werden dürfe. Christliche
Lebensrechtsinitiativen wie KALEB, pro Vita, Christdemokraten
für das Leben (CDL) und die Dachorganisation Pro
life BERLIN werden, ebenso wie die Partei Bibeltreuer Christen
(PBC), vom Berlin-Institut - ganz dem neuen "Wording" der
Abtreibungsbewegung entsprechend (die sich selbst als "Pro-Choice" bezeichnen und damit die Existenz
einer "Wahlmöglichkeit" zwischen Austragen und Abbruch einer Schwangerschaft suggerieren) - als
"Anti-Choice-Gruppen" bezeichnet, deren Aktivitäten als gegen eine "vernünftige"
Weltbevölkerungspolitik gerichtet eingestuft werden (weil sie selbstverständlich die Einräumung
eines "Rechts auf Abtreibung" als indirektes bevölkerungspolitisches Instrument ablehnen), womit
sie, durch das gegenwärtige gesellschaftliche Klima unterstützt, öffentlich diskreditiert werden
sollen (Berlin-Institut, "Das Ende der Aufklärung", S.63).
Starke Ehen, gesunde Familien, zuversichtliche Kinder - damit eine neue bindungs- und
beziehungsfähige Generation heranwachsen kann
Es wäre ein fataler Fehler, sein Augenmerk nur darauf zu richten, rein numerischen Kinderreichtum zu
"produzieren"; die Anstrengungen müssen sich darauf richten, alle Voraussetzungen dafür zu
schaffen, daß eine Generation von Kindern mit einer deutlich größeren emotionalen
Stabilität und Gesundheit als heutzutage aufwachsen kann - und das gelingt nur mit einer
Rückbesinnung auf die lebenslange Ehe als Gottes Modell für gelingende Partnerschaft und für
ein stabiles Familienfundament, mit Eltern, die die Erziehung ihrer Kinder nicht mehr an Einrichtungen
delegieren und nicht mehr als "Störung ihres Selbstverwirklichungsdrangs" auffassen, sondern
als Hauptberufung des eigenen Lebens wiederentdecken und bereit sind, sich lebensmäßig in ihre
Kinder zu investieren. Christa Meves hat recht mit ihrer Feststellung, daß
Kinder am besten in Familien gedeihen, in denen sie Geborgenheit erleben und in denen sich nicht die
Erziehungseinrichtungen, sondern die Eltern selbst um ihre Kinder kümmern. Starke Ehen, gesunde Familien,
zuversichtliche Kinder (übrigens das Motto des christlichen Ehe- und Familien-Lehrdienstes TEAM.F)
- das ist die Medizin, die unsere ausfransende, dahinvegetierende Gesellschaft so dringend braucht!
Unglaube, Beziehungsunfähigkeit, Karriere- und Belastbarkeitswahn,
Hoffnungslosigkeit - Nährboden für Kinderlosigkeit
Ein Schleier der Bedrückung hat sich über unsere Gesellschaft gelegt. Man hat Jesus abgesetzt,
Gott entsagt, aus dem eigenen Leben verbannt, weil man ihn fälschlicherweise als Verhinderer statt
als Förderer des eigenen Lebensglücks ansah. Dies glaubte man hingegen in
"Selbstverwirklichung" und "sexueller Befreiung" zu finden, wie sie die Ideologie der
68er-Bewegung versprach. Aber das fröhliche Gesicht der Gottlosigkeit hat
sich längst in Hoffnungslosigkeit, Ziellosigkeit und Entmutigung verkehrt. Weithin ist es
aufgrunddessen bereits vielen Menschen nicht möglich, sinnvolle Lebensentwürfe und -ziele zu
formulieren - und hiervon sind längst auch die sogenannten "Eliten" unseres Landes
betroffen.
Unser Land ist voll von Erwachsenen und Kindern, die durch die Erfahrung unzähliger gescheiterter
Beziehungen und zerrissener Familien geradezu traumatisiert sind. Dies und das konsequent vom Feminismus
geschürte "Feindbild Mann" haben zu einem beispiellosen Geschlechterkampf und einem
nahezu abgrundtiefen Mißtrauen zwischen den Geschlechtern geführt. Mit solchen Prägungen
sind große Teile einer ganzen nachgewachsenen Generation zur Beziehungsunfähigkeit erzogen worden.
Ein Autor eines Leserbriefs in der Ausgabe des Hamburger Abendblatts vom 22.03.2006 erkannte in der
katastrophalen Beziehungssituation völlig richtig eine wesentliche Ursache für die extrem niedrigen
Geburtenrate in Deutschland:
"[...] meiner
Ansicht liegt das Problem noch eine Stufe tiefer: nicht nur, daß sich Paare gegen oder für
nur ein Kind entscheiden, sondern das Wichtigste scheint mir zu sein, daß sich immer weniger junge
Leute überhaupt zu Paaren zusammenfinden und bleiben." (Hervorhebung von Torsten Narjes)
Angesichts der mit zunehmender
Instabilität der Beziehungen wachsenden Wahrscheinlichkeit, zum reinen Unterhalts-Zahlmeister
degradiert und an den Rand des Ruins getrieben werden zu können, verweigern sich immer mehr Männer
dem Kinderwunsch völlig. Ebenso verweigern sich immer mehr Frauen angesichts von Männern, die
anscheinend im sexuellen Sich-Austoben ihre Hauptberufung sehen und sich charakterlich für die
Vaterrolle disqualifizieren, dem Kinderwunsch. Selbstverständlich ist eine von einem derartigen
Ausmaß von Beziehungstraumata, -angst und -unfähigkeit gekennzeichnete gesamtgesellschaftliche
Situation der Totengräber jeglicher Kinderwunsch-Gedanken.
Wie sehr diese Gegebenheiten wachsenden lebensbeeinträchtigenden Frust und Streß hervorrufen,
zeigt sich in allen Lebensbereichen, z.B. auch im Straßenverkehr, wie ein Beitrag des WDR vom
18.01.2006 mit der Duisburger Verkehrspsychologin Ricarda Preuß und Alfred Ossendorf vom ADAC
NRW (eigentliches Thema war das problematische Verhältnis von Auto- und Radfahrern) feststellte:
"[...] Zudem sei die Grundaggressivität höher als früher. 'Wegen des
zunehmenden Verkehrs und Problemen in Familie und Beruf sind die
Menschen einfach angespannter', so Ricarda Preuß. 'Dieser Frust will
entladen werden', ergänzt Alfred Ossendorf [...]" (Hervorhebung von Torsten Narjes).
Eine weitere wesentliche Ursache für die zunehmende Beziehungsunfähigkeit und Instabilität von
Beziehungen, die jedoch vielfach nicht in Betracht gezogen wird, ist der freiwillige oder erzwungene Karriere-,
Belastbarkeits- und Mobilitäts-Wahn unserer Berufswelt, dem ganze Familien geopfert werden oder zum Opfer
fallen bzw. der den Aufbau verläßlicher Beziehungen als Grundlage für beständige Familien von
Vornherein konterkariert. Immer mehr Menschen kennen nur noch die Alternativen "Arbeitslosigkeit" oder
"Arbeiten bis zum Umfallen", umgeben von einer Gesellschaft, in der Geld, Karriere, Macht und Ansehen
höher geachtet werden als Aufbau und Pflege stabiler Beziehungen sowie aktive Elternschaft. Jesus warnt
uns jedoch eindringlich: "Was hülfe es einem Menschen, wenn er die ganze Welt
gewönne, und nähme doch Schaden an seiner Seele?" (Matthäus 16,26a) - z.B., indem er,
vom Karrierestreben ausgelutscht und gesundheitlich ruiniert, als einsamer Senior sein Dasein in einer
Altenbetreuungseinrichtung zu Ende fristet (sofern bei der degressiven Demographie eines Tages überhaupt
noch Pflegepersonal vorhanden ist), ohne zu merken, daß er sein Leben auf Sand gebaut hat, nämlich
auf einem reinen Materialismus, auf den Dingen und den Weisheiten dieser Welt, die vergehen. Der Gott der
Bibel hat uns Menschen aber niemals für diese Art von "Leben" geschaffen. Paulus schrieb
nicht ohne Grund an Timotheus:
"Wir haben nichts in die Welt gebracht, und es ist klar, daß wir auch nichts hinausbringen
können. Wenn wir aber Nahrung und Kleidung haben, soll uns das genügen! Denn die, welche reich
werden wollen, fallen in Versuchung und Fallstricke und viele törichte und schädliche Begierden,
welche die Menschen in Untergang und Verderben stürzen. Denn die Geldgier ist eine Wurzel alles
Bösen; etliche, die sich ihr hingegeben haben, sind vom Glauben abgeirrt und haben sich selbst viel
Schmerzen verursacht." (1.Timotheus 6,7-10)
Um aus unserer Gesellschaft wieder eine gute Kinderstube zu machen, müssen wir die lebenslange Ehe
neu schätzen lernen, die Pflege von Beziehungen als ein persönliches Sich-Investieren in andere
und als Priorität und nicht nur als ein Punkt auf dem Terminkalender begreifen, Kinderreichtum neu
als wirklichen Segen und persönliche Bereicherung sehen lernen (den Zeitgenossen, die an dieser Stelle
gleich anfangen, darüber zu dozieren, daß Kinderreichtum nicht immer Segen bedeutet und ihn nur
mit asozialen Zuständen oder Armut in Verbindung bringen können, empfehle ich, christliche Familien
zu besuchen, unter denen Kinderreichtum auch in Deutschland gar nicht so selten vorkommt. Ich kenne im
Hamburger Raum christliche Familien mit 4, 6 und sogar 8(!) Kindern - allen geht es gut, und niemand von
ihnen fühlt sich zu kurz gekommen oder würde sich Kinder oder Geschwister
"wegwünschen"!) - und für all dies braucht unsere Gesellschaft Erwachsene voller
Hoffnung, wie man sie letztlich nur empfangen kann, wenn man zu Jesus nach Hause gekommen ist. Empfangen
wir unsere Orientierung von Ihm, so wird unser persönliches und gesellschaftliches Leben wieder
gelingen:
"Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert, nämlich Gottes Wort
halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott." (Micha 6,8)
Und was Er fordert, ist gut für uns, denn Er ist gut und hat gute Gedanken über uns:
"Denn ich weiß, was für Gedanken ich über euch habe, spricht der HERR, Gedanken des
Friedens und nicht des Leides, euch eine Zukunft und eine Hoffnung zu geben." (Jeremia 29,11)
Das jüdische Volk übrigens hatte in einer der schwersten Zeiten seiner Geschichte, der Verschleppung
in die babylonische Gefangenschaft, nicht den Glauben an Gott, an Jahwe, und damit auch sich selbst nicht
aufgegeben, sondern auf das durch einen Brief Jeremias übermittelte prophetische Wort Gottes gehört:
"So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, zu den Weggeführten [...] mehret euch dort, daß
ihr nicht weniger werdet" (Jeremia 29,4.6). Das jüdische Volk schöpfte Hoffnung aus dem Glauben
an Gott.
Ein geradezu typisches Symptom von Hoffnungslosigkeit und Entmutigung ist dagegen die in unserer Gesellschaft
weitverbreitete Ansicht, daß man "in dieser Zeit" keine Kinder mehr in die Welt setzen kann -
egal, ob dies reale Sorgen um die eigene (wirtschaftliche) Zukunft meint, ob dies bezogen wird auf das, was
die Politiker "veranstalten", oder ob dies mit dem Hinweis auf die angebliche Übervölkerung
unseres eigenen Landes (entweder demographisch oder im Hinblick auf die hohe Arbeitslosigkeit gemeint)
intellektuell verbrämt wird. Solches Gedankengut weist auf eine Menschengruppe hin, die jegliche Mission
und Vision für sich verloren hat, keinen Sinn in ihrer eigenen Existenz sieht und sich praktisch selbst
aufgegeben hat. Kindermangel ist ein untrügliches Zeichen für eine Gesellschaft ohne Hoffnung.
Was Jesaja zuvor dem König Ahas von Juda als prophetisches Wort Gottes in einem anderen Zusammenhang
gesagt hat, gilt auch für die Situation Deutschlands:
"Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht" (Jesaja 7,9),
und das bedeutet in unserem Zusammenhang: Ein Deutschland, ein Europa, das den Weg der gegenwärtigen
Entwicklung weitergeht oder sich dank der diskutierten Forderungen gar noch weiter hineinreitet und sich
dem hoffnungsspendenden Glauben an Jesus Christus so verweigert wie in der Gegenwart,
wird letztlich seiner eigenen demographischen Annihilation entgegengehen.
Christen auf Tauchstation?
Und wo sind wir Christen in dieser öffentlichen demographischen Debatte? Ist uns wieder einmal die
aktuelle Entwicklung entgangen? Angesichts der in Deutschland
seit Februar 2006 hochgradig öffentlichkeitswirksam geführten Diskussion bin ich erschüttert,
daß sich bislang (Stand 19.03.2006), abgesehen von der Kritik des Generalsekretärs der Evangelischen
Allianz, Hartmut Steeb, an der Benachteiligung des traditionellen Modells durch die Bundesregierung, kein
einziger profilierter Vertreter der Freikirchen, der Evangelischen Allianz, christlicher Medien oder anderer
christlicher Werke wirksam in die demographische Debatte eingeschaltet und die kursierende demographische
Argumentation widerlegt hat. Es ist allerhöchste Zeit dafür, um schweren Schaden von Deutschland
abzuwenden! Vor allem die qualifizierte inhaltliche Auseinandersetzung mit der Arbeit des Berlin-Instituts, die
sich frontal gegen Gottes gute Grundlagen für gesellschaftliches Wohlergehen richtet, ist
überfällig.
Konsequenzen für strategisches Gebet und Überzeugungsarbeit
Wir Christen müssen hinsichtlich Gebet und Überzeugungsarbeit nicht nur die Entscheidungsträger
in Politik und Wirtschaft im Blick haben, sondern auch ihre Berater (manche reden etwas despektierlich von den
"Papageien auf ihrer Schulter"), also z.B. freie Institute und NGOs, die einen sehr großen
Einfluß haben können, ohne daß dies der breiten Öffentlichkeit bekannt oder bewußt
ist - man denke beispielsweise an den immensen Einfluß von FECRIS in Frankreich, der dort seit 2002
diverse evangelikale Gemeinden in ernste Gefahr gebracht hat ( Berichte auf WWW.PERSECUTIO.DE).
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Die Initiative
"Lebenswertes Land" möchte
mit plakativen Statements und Kurzanalysen bekennende Christen an dieser Stelle öffentlich
sprachfähig machen und Gesellschaft und Eliten zur kritischen Reflexion ihrer Denkgrundlagen bewegen:
Warum eine Initiative "Lebenswertes Land"?
Kommentar zur Berichterstattung über Ehe, Scheidung und Kinderlosigkeit im Juni 2006
Das Martin-Bucer-Seminar, eine biblisch-reformatorische Ausbildungsstätte auf akademischem Niveau,
treibt den Aufbau eines Instituts für Lebens- und Familienwissenschaften voran, dessen Aufgabe die
Unterstützung biblischer Positionen zu Ehe, Familie, Erziehung und Lebensrecht durch Forschung und
Publikation sein wird:
ILFW - Institut für Lebens- und Familienwissenschaften am Martin-Bucer-Seminar
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Erste Veröffentlichung: 20. März 2006 - Letzte Änderung: 01. Juli 2006
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