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Wie ein Begriff die Arbeitswelt mit einem antigöttlichen Menschenbild durchseucht
Vielfach weitgehend unbemerkt hat in den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts,
zunächst in den großen Konzernen, ein Begriff im Wirtschaftsleben Einzug gehalten,
der wie kein anderer für die Abkehr vom christlichen Menschenbild im Bereich der
Mitarbeiterführung steht: "Human Resources" (HR). Dieser Begriff hat in der
Sprache der Wirtschaft den klassischen Begriff "Personal"/"Personalwesen"
weitestgehend verdrängt.
Hierbei handelt es sich nicht einfach um die Einführung eines Anglizismus in die Sprache
der Arbeitswelt - schließlich sprach man früher auch im Englischen vom
"personnel department" statt vom "human resources (HR) department".
Nein, dieser Begriffswechsel spiegelt einen Paradigmenwechsel in der Einstellung zum Mitarbeiter
wider und soll ihn zugleich in den Köpfen zementieren.
Die Sprache soll hier ganz bewußt das Denken in eine ganz bestimmte Richtung prägen:
Verantwortungsträger in der Wirtschaft sollen bei ihren Entscheidungen nicht mehr den
einzelnen Mitarbeiter sehen, der eine Person ist, nach dem Bilde Gottes geschaffen und somit mit
einer Menschenwürde und einem Wert ausgestattet, der nicht durch seine Arbeitskraft bestimmt
ist, sondern durch Gott selbst.
Vielmehr soll es in ihrem Denken und Handeln nur noch
"menschliches Material", "menschliche Ressourcen" - eben "human
resources" - geben, mit denen sie genauso umgehen können und sollen wie mit allen anderen
(Sach-)Ressourcen: im Idealfall jederzeit (Tag und Nacht) auf Abruf verfügbar, beliebig verschiebbar
von Standort zu Standort, ohne Rücksicht auf Lebensumstände, Beziehungen und soziale
Netzwerke.
Eine ganze Manager-Generation wächst heute mit "human resources" als festem Bestandteil
ihrer Begriffswelt auf. Euphemismen, die lange genug benutzt wurden, pflegen kaum noch als solche
wahrgenommen zu werden, und so kommt es heute schon dazu, daß z.B. Firmen für ein Projekt
dem Auftraggeber nicht etwa einen "neuen Mitarbeiter", sondern eine "neue
Ressource" vorstellen. Diese Begrifflichkeiten sind nicht nur Worte, sondern zementieren auch
ein bestimmtes Denken in den Köpfen von Managern und Führungskräften.
Zum einen tragen sie zu einer "Sklavenhalter-Mentalität" bei, die sich ausdrückt z.B. in einem
Denken, daß mit der Bezahlung eines Mitarbeiters nicht (nur) seine Tätigkeit entlohnt wird,
sondern hierdurch ein Eigentumsanspruch auf sein gesamtes Leben entstünde, oder in einem Verhalten,
das von Launen gekennzeichnet wird und Mitarbeiter mit unsinnigen und widersprüchlichen
Anforderungen belastet.
Zum anderen fördern sie eine Schau, die ein Unternehmen als ein gigantisches Spielbrett ansieht,
auf dem Figuren und Materialien vornehmlich so gesetzt werden, daß es der eigenen Karriere dient,
weniger dem Unternehmen und seinen Beschäftigten.
Für Christen eine unter Umständen sehr herausfordernde Situation, sollen wir doch nicht nur
den gütigen, sondern auch den "wunderlichen" Herren (Vorgesetzten) dienen (1.Petrus 2,18).
Vielfach sind Führungskräfte auch ganz einfach orientierungslos, z.T. in einem erschreckenden
Maße, und weisen gleichzeitig ein großes Maß an Menschenfurcht gegenüber ihren eigenen
Vorgesetzten auf - ihr Moralkodex wird von ihrer Menschenfurcht bestimmt (die sie z.B. als Preis für
vermeintlich verbesserte Karriere-Chancen bezahlen), sie haben kein Rückgrat.
Rückgrat und Orientierung gibt es aber nicht ohne universell gültige Maßstäbe und
die hinter ihnen stehende Person - den Schöpfer des Universums, der jeden Menschen mit einer
unaufhebbaren Würde ausgestattet hat und vor dem kein Ansehen der Person gilt (Römer 2,11).
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