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Die "Mühlenstadt" im äußersten Südosten der Lüneburger Heide erlebte
seit der Verwaltungsreform 1974, nicht zuletzt dank der boomenden Automobilindustrie und durch die der
Wiedervereinigung folgenden Wanderungsbewegungen, einen Einwohnerzuwachs von mehr als 40% auf heute ca.
43.000 Einwohner. Der gleichnamige Landkreis weist eine der bundesweit höchsten Geburtenraten je Frau
auf.
Gifhorn liegt am Rande des Gebiets der großen lutherischen Erweckung des 19.Jahrhunderts in der
Lüneburger Heide, die mit dem Wirken des Hermannsburger Pastors Ludwig Harms verbunden ist und zur
Entstehung einer lutherischen Freikirche, eines Vorläufers der heutigen SELK, führte. Daher gibt
es heute in der Region Celle/Gifhorn/Uelzen eine auffallend hohe Dichte von SELK-Gemeinden (vielfach mit
"klassischen" Kirchengebäuden), und der hauseigene Verlag VLB hat seinen Sitz in Groß
Oesingen (20 km nördlich von Gifhorn). Die Gifhorner SELK-Gemeinde ist jedoch eine missionarische
Neugründung der 90er-Jahre.
Ab 1973 wurden Gifhorn und Leiferde durch das Wirken von Pastor Holger Bethge (St.Nicolai Gifhorn / St.Viti
Leiferde) Schauplatz eines erwecklichen Aufbruchs innerhalb der Landeskirche, vor allem unter Jugendlichen.
Die Jugendarbeit erlangte durch die "spontan"-Gottesdienste und die "Christliche Teestube
Gifhorn" z.T. überregionalen Bekanntheitsgrad. Nach einem Wechsel in der Superintendentur stieß
diese Arbeit in den 80er-Jahren u.a. auf Widerstand bei einigen anderen Pastoren des Kirchenkreises und wurde
v.a. durch Ortsverbände und Kommunalpolitiker der Partei DIE GRÜNEN
heftig angegriffen und mit Hilfe tendenziöser und sachlich falscher Berichterstattung der lokalen
Tagespresse als "sektiererisch", "Gewissensbisse erzeugend" und "Störung
des Familienfriedens" diffamiert. Ähnlich wie in Buchholz erreichte
die öffentliche Kampagne gegen den geistlichen Aufbruch im Jahre 1990 ihren Höhepunkt, die
schließlich zur Kapitulation Pastor Bethges führte.
( Buchrezension
Möckel/Nestvogel: Volkskirche am
Abgrund?).
Nicht zuletzt auch dank dieses geistlichen Aufbruchs ist heute in Gifhorn der prozentuale Anteil
entschiedener Christen an der Bevölkerung höher als im Durchschnitt, was sich auch an der für
eine Stadt dieser Größenordnung bemerkenswerten Präsenz großer freikirchlicher Gemeinden
und christlicher Einrichtungen und Initiativen zeigt - sogar die Gründung einer freien christlichen
Bekenntnisschule konnte erfolgreich in Angriff genommen werden.
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Kinderheimat Gifhorn, eine Einrichtung des
Evangelisch-Freikirchlichen Sozialwerks Hannover
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VLB Verlag der Lutherischen Buchhandlung Heinrich Harms,
Martin-Luther-Weg 1, 29393 Groß Oesingen
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Immanuel-Schule Gifhorn, freie christliche Bekenntnisschule, Knickwall 6, 38518 Gifhorn
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Bücherstube Gifhorn, Herzog-Franz-Str. 12, 38518 Gifhorn
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