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The Emerging Effects of Postmodernism in the Church
R. Scott Smith, Professor für Ethik und Christliche Apologetik an der
Biola University in Kalifornien, stellt in diesem hilfreichen und gut gelungenen Buch
seine Expertise in Erkenntnistheorie und Denk- und Sprach-Philosophie in den
Dienst, um auch für das "normale" Gemeindemitglied, das kein
Philosophiestudium absolviert hat, Schneisen durch den Komplex der Grundgedanken des
säkularen wie auch des christlichen Postmodernismus sowie der Emergenten Bewegung zu
schlagen. Er bleibt dabei nicht bei einer Beschreibung der postmodernistischen
Gedankengebäude stehen, sondern untersucht deren Tragfähigkeit und Konsistenz und
zeigt auch die Konsequenzen des christlichen Postmodernismus für den christlichen
Glauben selbst und das Gemeindeleben auf. Wie die titelmäßige Bezugnahme auf Brian
McLarens po- puläres Werk "A New Kind of Christian" bereits andeutet, widmet
sich R. Scott Smith dabei eingehend der Frage, inwieweit die Kernthese dieses Werkes,
daß die durch Kontrolle und einen Mangel an Authentizität verursachten
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Probleme in christlichen Gemeinden das Ergebnis "modernistischer" Einflüsse
sind und durch ein postmodernistisches Glaubensverständnis gelöst werden
können, und die dort gegebene Charakterisierung der vor-postmodernen Epoche
zutreffend sind.
Bevor R. Scott Smith diese Sichtweisen von Brian McLaren und auch von Tony Jones - einer
weiteren Führungspersönlichkeit der Emergenten Bewegung - ausführlich
darstellt, beginnt er zunächst mit einer Zustandsbeschreibung, wie sehr
relativistisches und postmodernistisches Denken nicht nur die Gesellschaft durchdrungen,
sondern auch wiedergeborene Christen insbesondere jüngeren Jahrgangs erreicht hat,
und gibt dann eine Einführung in den säkularen Postmodernismus (Martin Heidegger,
Ludwig Wittgenstein, Richard Rorty) und seinen geschichtlichen Vorlauf
sowie in den christlichen Postmodernismus anhand der Werke von Stanley Hauerwas, Brad
Kallenberg, Stanley J. Grenz und John Franke. Anschließend wendet er sich dem
Einfluß postmodernistischen Denkens an den Universitäten insbesondere in
Fächern wie Jura, Religionswissenschaft, Soziologie, Sprachwissenschaften, Geschichtswissenschaft,
Psychologie und Pädagogik zu und gibt zu bedenken, daß hiervon in zunehmendem
Maße auch christliche Bildungseinrichtungen betroffen sind, da auch in deren
Lehrkörper immer mehr Dozenten zu finden sind, die als christliche Studenten die
postmodernistische "Tretmühle" bereits durchlaufen haben und dieses
Denken mit ihrem Glauben zu vereinen versuchten.
Diesem vorwiegend deskriptiven Teil folgt nun die Analyse und Beurteilung
postmodernistischen Denkens und eines daran angelehnten Glaubensverständnisses,
beginnend mit der Untersuchung zweier Grundbehauptungen des Postmodernismus. nämlich
daß wir keinen Zugang zu objektiver Realität haben können und die
Intention eines Autors nicht ermitteln können, weil wir - in unserer
jeweiligen Sprachgemeinschaft - "im Innern von Sprache gefangen" seien.
Nach einer daran anschließenden ausführlichen Kritik der Emergenten Bewegung,
in der R.Scott Smith vor allem auf deren falsche Darstellung des Fundamentismus, ihre
fehlerhafte Beschreibung des "Moder- nismus", das fälschliche Zuruckführen
der Authentizitätsprobleme christlicher Gemeinden auf selbigen und das Erwecken des
unzutreffenden Eindrucks vom Postmodernismus als rein kulturellem Phänomen unter
Verschweigen seiner philosophischen Komponente eingeht, wendet er sich den Auswirkungen der
postmodernistischen Philosophie auf die Kernbestände christlichen Glaubens und Dienens
zu und zeigt auf, daß biblisch-christlicher Glaube eine
postmodernistische Transformation nicht überleben würde. Beispielsweise würde
die Historizität der Auferstehung Jesu, wie Paulus auf sie in seiner Argumentation in
1.Korinther 15 Bezug nimmt, als zentrale Kraftquelle des Glaubens hinfällig werden; und
wenn die postmodernistische Erkenntnistheorie, der Konstruktivismus, in bezug auf die
Gottesbildfrage zuträfe, könnten Christen gar nichts anderes als Götzendiener
sein - am Ende würde nicht der authentische Jesus, sondern unsere eigene Konstruktion
von Jesus stehen.
Hinsichtlich der Frage, ob dieser christliche Postmodernismus nicht ethischer Relativismus
in neuem Gewand ist, kontert R. Scott Smith Kallenbergs postmodernistisch-erkenntnistheoretisches
Gegenargument und wirft die Frage auf, warum so viele Christen sich bereitwillig einem
ethischen Relativismus verschreiben, der sogar von säkularen Philosophen als ethische
Bankrotterklärung eingestuft wird. Das dahinterstehende, letztlich durch die
Anziehungskraft von Sünde motivierte Festhaltenwollen an einer kulturellen
Prägung, die das Nachgebenwollen gegenüber unseren Lüsten zum Lebensziel
erklärt hat, bezeichnet er als Treuebruch gegenüber Gott.
Das Buch schließt mit der Analyse einer Serie von Alltags- und Ethik-Beispielen, an
denen R. Scott Smith aufzeigt, daß es objektive Wahrheit gibt und wir Zugang zu ihr
haben, und mit einer Zusammenfassung, warum Christen vom ethischen Relativismus und einer
postmodernistischen Umdeutung des Glaubens Abstand nehmen sollten.
Der besondere Nutzen des vorliegenden Buches liegt darin, daß es in Verbindung mit
der erkenntnistheoretischen Analyse des Postmodernismus und der Untersuchung seiner
Aus- wirkungen auf den christlichen Glauben zahlreiche interessante Argumentationslinien
gegen die Behauptungen des säkularen und des christlichen Postmodernismus
bietet und dabei auch die geistlichen Lebensgeschichten des Autors und Brian McLarens sowie
ihre jeweiligen gemeindlichen Hintergründe einbezieht.
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| ISBN |
Verlag |
| 978-1-58134-740-1 |
Crossway Books, Wheaton, Illinois (USA) |
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| Erscheinungsform: |
Taschenbuch, Softcover, 208 Seiten |
| Erscheinungsjahr: |
2005 |
| Neupreis (2009): |
EUR 13,99 |
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