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Unser Herr zieht klare Grenzen der Gemeinschaft von Christen mit Nichtchristen.
Menschen mit humanistischem Hintergrund verstehen und akzeptieren dies im allgemeinen nicht,
denn warum sollte es zwischen Menschen, die doch im Prinzip alle gleich sind, solche Grenzen geben?
Oder, in christlichem Jargon verpackt, sind nicht alle Menschen Gottes Kinder?
Nun, im Humanismus steht der Mensch im Zentrum und bedarf keines Gottes - er ist faktisch selbst Gott
und kann sich selbst die Regeln für Leben und Zusammenleben geben, weil er im Kern "gut"
ist und durch seine Vernunft zu einem "guten" Zusammenleben fähig ist. Im Lichte
der Bibel betrachtet erweist sich dieser Ansatz als der Grundirrtum des Humanismus und der
europäischen Aufklärung.
Gott sagt nicht, daß der Mensch einen "guten Kern" hat, sondern daß er
von Grund auf böse ist (1.Mose 8,21) - nicht etwa von Gott böse geschaffen, sondern
durch die Ur-Rebellion des Sündenfalls Adams (1.Mose 3), die als Erbsünde in jedem
Menschen wohnt (Römer 5,12). Alles Gute im Menschen
kommt allein durch Jesus Christus (Römer 5,18b), vom Vater des Lichts (Jakobus 1,17).
Wer Jesus hat, also Christ ist, ist in das Licht getreten (Epheser 5,8), vom Tode zum Leben
durchgedrungen (Johannes 5,24), hat das Leben (1.Johannes 5,12) und Gemeinschaft mit Gott und
darf sich ein Kind Gottes nennen (Johannes 1,12). Wer aber Jesus nicht hat, also Nichtchrist ist,
hat das Leben nicht (1.Johannes 5,12), bleibt in der Finsternis und kann keine Gemeinschaft mit
Gott haben, weil er Gottes Medizin für sein böses Herz ablehnt - der Zorn Gottes bleibt
über ihm (Johannes 3,36). Nicht Moral oder Herzensbildung als solches sind dabei entscheidend,
sondern die Einsicht eines Menschen darin, als Sünder von sich aus zum Bösen zu neigen
(Römer 3,22-23; Römer 7,18-19) und deshalb zur Lebensführung die Anleitung und das
helfende und vergebende Eingreifen Gottes in der Gestalt von Jesus Christus zu benötigen
(1.Petrus 2,24-25).
Unsere Gemeinschaft mit Jesus ist allerdings gefährdet. Satan möchte uns von Jesus wieder
wegbringen (Lukas 22,31), und wir können von uns aus von Jesus wieder abfallen (Hebräer 6,4-6)
und den segnenden und bewahrenden Einfluß Gottes auf unser Leben verlieren - und in nicht wenigen
Fällen geschieht dies leider wirklich. Da Umgang prägt, müssen wir um unserer eigenen
geistlichen Gesundheit willen auch auf unseren Umgang achten (1.Korinther 15,33) und als Gotteskinder
die enge Gemeinschaft untereinander suchen (Hebräer 10,23-25; 1.Thessalonicher 5,11), statt
"gemeinsame Sache" mit Nichtchristen zu machen (Epheser 5,7; 2.Chronik 19,2) und damit vor
der sichtbaren und unsichtbaren Welt als in der Nähe Satans stehend zu erscheinen und die Rettungstat
unseres Herrn ad absurdum zu führen.
Wer nicht für Jesus ist, der ist gegen Ihn (Lukas 11,23), und wer nicht gegen Jesus ist, der
ist für Ihn (Markus 9,40) -
es gibt also in der Frage der persönlichen Haltung zu Jesus keine Neutralität; an ihr macht
sich unsere Stellung zu Gott, unser Lebensstil und Lebensqualität und unser persönliches
Schicksal in Ewigkeit fest (1.Johannes 5,12; Johannes 5,22-30; Johannes 3,16.18.36; Johannes 6,47).
Diese Scheidung (Diskrimination) ist kein Willkürakt Gottes, sondern Folge der Ur-Rebellion
des Menschen gegen Gott, die Gott aus Liebe mit Seinem Eingreifen zur Wiederherstellung der Gemeinschaft mit Ihm
und damit des Menschen nach Gottes Bild beantwortete, was aber nicht alle Menschen wollen. Die dies aber
wollen, möchte Gott davor bewahren, diesen Wunsch wieder zu verlieren und Schaden zu nehmen, und
deshalb zieht Er klare Grenzen möglicher Gemeinschaft mit Nichtchristen.
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Gott fordert Christen nicht dazu auf, Nichtchristen grundsätzlich zu meiden:
"Damit meine ich nicht allgemein die Unzüchtigen in dieser Welt oder die Geizigen oder Räuber oder
Götzendiener; sonst müßtet ihr ja die Welt räumen." (1.Korinther 5,10)
Für Jesus und Seine Jünger war es kein Problem, gelegentlich Tischgemeinschaft mit "Zöllnern
und Sündern" zu haben, denn sie glichen sich ihnen ja nicht an, sondern riefen sie zur Umkehr:
"Und die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten murrten und sprachen zu seinen Jüngern: Warum
eßt und trinkt ihr mit den Zöllnern und Sündern? Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen:
Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, die Sünder zur Buße
zu rufen und nicht die Gerechten." (Lukas 5,30-32)
Die Grenze möglicher Gemeinschaft mit Nichtchristen ist aber überschritten, wenn die Gemeinschaft
derart eng wird, daß ein Christ einem Nichtchristen Autorität über sich in Fragen der
persönlichen Lebensführung einräumt und ihn damit in gefährliche Konkurrenz zum Gehorsam
gegenüber dem Wort Gottes treten läßt und eine Beendigung dieser Gemeinschaft nicht ohne starke
psychische oder materielle Beeinträchtigungen möglich ist, mit der Folge, daß der Nichtchrist
in bezug auf Lebensstil (Epheser 4,17) oder Art der Entscheidungsfindung (Jakobus 4,15) mehr Einfluß bekommt
als Gott. Jesus warnt davor, daß die Beziehung zu Gott dabei auf der Strecke bleibt:
"Niemand kann zwei Herren dienen: entweder wird er den einen hassen und den andern lieben, oder er
wir an dem einen hängen und den andern verachten." (Matthäus 6,24)
Für eine solche existentielle Gemeinschaft eines Christen mit einem Nichtchristen gebraucht Paulus das
Bild vom Zusammengejocht-Sein mit Andersartigen und gebietet eindringlich, derartige Gemeinschaften nicht
einzugehen:
"Zieht nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen. Denn was hat die Gerechtigkeit zu schaffen
mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus
überein mit Beliar? Oder was für ein Teil hat der Gläubige mit dem Ungläubigen?
Was hat der Tempel Gottes gemein mit den Götzen? Wir aber sind der Tempel des lebendigen Gottes;
wie denn Gott spricht: 'Ich will unter ihnen wohnen und wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen
mein Volk sein.' Darum 'geht aus von ihnen und sondert euch ab', spricht der Herr; 'und rührt nichts
Unreines an, so will ich euch annehmen und euer Vater sein, und ihr sollt meine Söhne und Töchter
sein', spricht der allmächtige Herr. Weil wir nun solche Verheißungen haben, meine Lieben,
so laßt uns von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes uns reinigen und die Heiligung
vollenden in der Furcht Gottes." (2.Korinther 6,14-7,1)
Diese Begrenzung der Gemeinschaft mit Nichtchristen muß in allen Situationen beachtet werden,
in denen man freiwillig einem Nichtchristen ein gewisses Mitspracherecht über die eigenen
Handlungen, Lebensentscheidungen und Fragen der Lebensführung einräumt. Weder unser Herr, der
Apostel Paulus noch die übrigen Verfasser der neutestamentlichen Bücher fordern jemals
Christen dazu auf, sich mit Nichtchristen zusammenzuschließen. Sie werden vielmehr dazu
ermahnt, sich nicht so eng mit ihnen zusammen "vor ein Joch" spannen zu lassen, daß
sie gewichtigen Einfluß auf die moralischen Entscheidungen und geistlichen Aktivitäten gewinnen.
Die Arbeits- und Lebensgemeinschaft mit Nichtchristen darf nicht dazu führen, daß der Christ in
seinem Handeln von den ungöttlichen Maßstäben des anderen abhängig wird.
Eine solche Abhängigkeit ist zumindest temporär in folgenden Unterordnungssituationen gegeben:
- Tätigkeit für einen Arbeitgeber mit einem eindeutig gegen Gott gerichteten
Geschäftsgegenstand,
- Teilnahme an persönlichkeitsbildenden oder -verändernden Therapien und Seminaren unter
nichtchristlicher Leitung,
Eine erhebliche Behinderung des Gehorsams eines Christen gegenüber Gott tritt auch
bei der engen Zusammenarbeit mit Nichtchristen in folgenden Bereichen mit erheblicher Verantwortung für sich und
andere ein:
- Paritätische Führung eines Unternehmens,
- Gemeinsam verantwortete Erziehung von Kindern,
- Gemeinsam verantwortete Intensivbetreuung von Klienten mit Problemen in der Lebensführung.
Jedoch die stärkste, weil totale (ganzheitliche) und unbefristete Abhängigkeit liegt vor, wenn Christ
und Nichtchrist
weshalb ein Christ solche Gemeinschaften mit Nichtchristen nicht eingehen darf, will er nicht leichtsinnig
seine Liebe zu Gott und seine von Jesus am Kreuz erkämpfte Freiheit aufs Spiel setzen:
"Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte." (1.Korinther 7,23)
"Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und laßt euch nicht wieder das Joch
der Knechtschaft auflegen!" (Galater 5,1)
Solche Gemeinschaften stellen auch kein geeignetes Mittel dar, um Nichtchristen zu Jesus zu führen.
Alle Völker zu Jüngern zu machen (Matthäus 28,19) ist zwar der Große Auftrag, den Jesus
uns gegeben hat, jedoch nicht Sein höchstes Gebot. Das lautet nämlich:
"Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften
und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst." (Lukas 10,27)
Wer in Konkurrenz zu Gott eine andere Autorität in sein Leben hineinregieren läßt, hat
keine Autorität, einem Nichtchristen vollmächtig Zeugnis von Jesus und Seiner Befreiung zu geben.
Nirgendwo fordert Gott deshalb Christen auch nur ansatzweise dazu auf, um einen Nichtchristen in den Gehorsam
Gottes zu rufen, ihren eigenen Gehorsam gegenüber Gott mit einer anderen Autorität, sei es eben dieser
Nichtchrist oder eine andere Macht, zu teilen oder mit Nichtchristen "gemeinsame Sache" zu machen,
im Gegenteil:
"...euer Herz sei ungeteilt bei dem HERRN, unserm Gott, daß ihr wandelt in seinen Satzungen und
haltet seine Gebote..." (1.Könige 8,61)
Auch Paulus widersprach dem nicht, als er davon schrieb, daß er sich selbst "jedermann zum Knecht
gemacht" hätte, um einige zu retten (1.Korinther 9,19-23) - womit er lediglich meinte, daß er auf
kulturelle Besonderheiten und persönliche Empfindlichkeiten um der Ausbreitung des Evangeliums willen
so weit Rücksicht nehmen konnte, wie dadurch der Inhalt des Evangeliums nicht angetastet wurde -;
vielmehr ermahnte er:
"Denn das sollt ihr wissen, daß kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger -
das sind Götzendiener - ein Erbteil hat im Reich Christi und Gottes. Laßt euch von niemandem
verführen mit leeren Worten; denn um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder
des Ungehorsams. Darum seid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr wart früher Finsternis; nun aber seid
ihr Licht in dem Herrn." (Epheser 5,5-8)
Durch die Gnade Gottes in Jesus Christus und in der Kraft des Heiligen Geistes können, ja sollen wir
erkennbar anders leben als die Menschen, die Gott nicht kennen (1.Thessalonicher 4,5), und nicht an ihrem
Lebensstil und ihren charakteristischen Aktivitäten teilhaben:
"So sage ich nun und bezeuge in dem Herrn, daß ihr nicht mehr leben dürft, wie die Heiden
leben in der Nichtigkeit ihres Sinnes. Ihr Verstand ist verfinstert, und sie sind entfremdet dem Leben,
das aus Gott ist, durch die Unwissenheit, die in ihnen ist, und durch die Verstockung ihres Herzens. Sie sind
abgestumpft und haben sich der Ausschweifung ergeben, um allerlei unreine Dinge zu treiben in Habgier. Ihr aber
habt Christus nicht so kennengelernt; ..." (Epheser 4,17-20)
"Tut alles ohne Murren und ohne Zweifel, damit ihr ohne Tadel und lauter seid, Gottes Kinder,
ohne Makel mitten unter einem verdorbenen und verkehrten Geschlecht, unter dem ihr scheint als Lichter
in der Welt, dadurch daß ihr festhaltet am Wort des Lebens, mir zum Ruhm an dem Tage Christi, so
daß ich nicht vergeblich gelaufen bin noch vergeblich gearbeitet habe." (Philipper 2,14-16)
Als Menschen, die sich "aus diesem verkehrten Geschlecht" (Apostelgeschichte 2,40) haben erretten
lassen, ist es nicht unser Teil, uns mit denen, die wie bisher weiterleben wollen, also Angehörige
dieses "verkehrten Geschlechts" sind, in falscher Weise zu solidarisieren oder Gemeinschaft zu
haben, also "mitzumachen":
"Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist, und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren
Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf. Denn was von ihnen heimlich getan wird, davon auch nur zu
reden ist schändlich." (Epheser 5,10-12)
"Das befremdet sie, daß ihr euch nicht mehr mit ihnen stürzt in dasselbe wüste,
unordentliche Treiben, und sie lästern; ..." (1.Petrus 4,4)
Unser klares Zeugnis von Jesus ist hier nicht das "Mitmachen", sondern das Fernbleiben. Klarer
läßt es sich kaum ausdrücken, daß Gemeinschaft über ein bestimmtes Maß
hinaus, insbesondere eine enge, umfassende Herzensgemeinschaft, mit Nichtchristen nicht möglich ist.
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