Gott ist ein Gott der Beziehungen, und Er hat uns als Beziehungs-Wesen für Beziehungen geschaffen - in
Beziehung zu Ihm und zu anderen Menschen. Nicht Fähigkeiten oder materielle Reichtümer, sondern
Beziehungen (damit ist nicht "Vitamin B" gemeint) sind der entscheidende Faktor im menschlichen
Leben, der erfüllende Lebensqualität bringt. Und Gott will, daß Beziehungen gelingen und
von Dauer und sicher sind, weshalb Er u.a. die Ehe mitsamt ihrer Ordnungen und Regeln, die zu ihrem Gelingen
dienen, gestiftet hat.
Um Mißverständnissen vorzubeugen, sei gesagt, daß Gott in der Bibel unter "Ehe"
ausschließlich den öffentlich, verbindlich und auf Lebenszeit geschlossenen Bund eines Mannes mit
einer Frau versteht. Die (leibliche) Familie ist dann die auf diesem Bund basierende Lebensgemeinschaft des
Elternpaares mit seinen ihm von Gott anvertrauten Kindern. Ehe und Familie in diesem Sinne sind Gottes
Geschenke an uns Menschen, und Gott wünscht es jedem, den Segen einer auf Ihn hin orientierten Ehe
und Familie mit sicheren Beziehungen, geschützt durch Seine Ordnungen, zu erleben.
Das biblische Verständnis von Ehe und Familie steht im heutigen gesellschaftlichen Diskurs unter
starkem Dauerbeschuß. Zum einem wird versucht, die Familie begriffsmäßig von der Basis der
Ehe zu entkoppeln, indem man nun den Begriff "Familie" auf allgemeine Haushaltsgemeinschaften
mit Kindern ausdehnt ("Familie ist überall da, wo Kinder sind"). Zum anderen wird die vielzitierte
"Vereinbarkeit von Familie und Beruf" nahezu ausschließlich im Sinne einer drastisch ausgedehnten
Kinderbetreuung durch gesellschaftliche Einrichtungen und Institutionen verstanden - man möchte erreichen,
daß beide Eltern arbeiten gehen und die Kinder in noch jüngeren Jahren noch größere Teile
des Tages nicht bei den Eltern, sondern in diesen Einrichtungen verbringen und von ihnen geprägt werden.
Eltern investieren nicht mehr ihre Persönlichkeit in ihre Kinder, sondern betrachten sie als Störfaktor
in ihren Karriereambitionen und Entertainment-Programmen. Der Mangel an Zeit, um gesunde, dauerhafte und
tragfähige Beziehungen vorzuleben, zu (er)leben und zu erlernen, führt praktisch zur
"Entkernung" der Familie und auf gesamtgesellschaftlicher Ebene schließlich zum Heranwachsen
bindungsunfähiger Generationen.
Eine andere wesentliche Schwierigkeit findet man im Inneren der Gemeinden im Vorfeld der Ehe. Denn
leider wird in nicht wenigen Gemeinden die Vorbereitung und Hinführung noch alleinstehender Geschwister auf
eine im Herrn(!) geschlossene Ehe nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt - mit der Folge, daß zwei
Christen heiraten, die keine gemeinsame geistliche Mitte, Vision oder Entscheidungsprinzipien für ihr Leben
haben, daß ein Christ einen Nichtchristen heiratet oder sich auf sexuelle Abenteuer einläßt.
Ebenso selten wird ein Lebensstil der gegenseitigen geistlichen und lebensmäßigen Fürsorge
christlicher Ehepaare füreinander in der geistlichen Gemeindefamilie eingeübt (z.B. durch
regelmäßige Ehegesprächskreise), z.B. weil man irrigerweise glaubt, daß dies nur bei
Eheproblemen nötig wäre, oder weil dadurch andere denken könnten, daß man selbst Eheprobleme
hat.
Satan hat ein großes Interesse daran, (besonders christliche) Ehen und Familien - sei es durch das
Gedankengut des Zeitgeistes oder durch eigenes oder fremdes Versagen - zu schwächen und
zu zerstören oder erst gar nicht zustandekommen zu lassen, da er hier Menschen am empfindlichsten treffen
kann und er es grundsätzlich bei vereinzelten, isolierten und verwundeten Menschen leichter hat,
seine zerstörerischen Pläne in die Tat umzusetzen.
Erfreulicherweise haben Christen, die diese Mängel und Nöte erkannt haben und sie sich von Gott als
Last auf ihr Herz haben legen lassen, in den letzten Jahrzehnten einige wichtige Dienste ins Leben gerufen,
um Ehen und Familien zu stärken, ihnen praktisch zu helfen, sie auf gute geistlichen Grundlagen zu stellen
und das Bewußtsein in den Gemeinden dafür zu schärfen, daß gute Ehen und
Beziehungsfähigkeit keine Selbstgänger sind, daß das Gedankengut des Zeitgeistes den Anweisungen
Gottes über Ehen und Familien entgegensteht und sie damit schwächt, und daß bereits eine auf
gute Art und Weise (1. Thessalonicher 4,3-5) und nach guten Kriterien durchgeführte Partnerwahl
wesentlich über das Gelingen einer Ehe mitentscheidet. Zu wünschen bleibt, daß diese Dienste
viel stärker als bisher in Lehre, Leben und Alltag der Gemeinde Jesu hineingeholt werden und nicht nur
in Gestalt von Flyern ihr Dasein auf den Gemeindebüchertischen fristen.
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